Ringlotte

| Obst

Während Zwetschken und Pflaumen ein jedes Kind kennt, sind Ringlotten und Mirabellen – ihre nahen Verwandten – beinahe unbekannt. Ringlotten zählen zur Familie der Rosengewächse und gehören den mehr als 2.000 Pflaumensorten an, die sich in Größe, Aussehen und Geschmack unterscheiden.

Ringlotte ©pixabay

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XXX Hochsaison in Österreich
XXX Nebensaison in Österreich und Lagerware
XXX Keine heimische Ware erhältlich

Die Ringlotte ist auch unter dem Namen Reneklode bekannt. Diese Bezeichnung leitet sich wahrscheinlich ab von dem französischen Begriff Reine, der übersetzt Königin bedeutet und Claude de France, der Tochter des französischen Königs Ludwig XII.

Ringlotten sind die Früchte frostharter Bäume und Sträucher, welche meist eine Größe von zehn Meter nicht überschreiten. Sie stammen von der Kulturpflaume ab, welche bereits vor 2.500 Jahren in Griechenland kultiviert wurde und über die Jahrhunderte mehrfach gekreuzt wurde, sodass eine weitreichende Sorten- und Artenvielfalt entstand.

Die Ringlotte zählt zusammen mit Mirabellen, echte Pflaumen, Zwetschken, Kriecherln und Renekloden zur Art Prunus domestica, der Pflaume.

Die Frucht hat eine annähernd rundliche Form und eine sortenabhängige Größe von drei bis sieben Zentimeter. Die Schale kann entweder gelblich bis bräunlich grün oder rosafarben gefärbt sein und weist eine seitliche Naht von Pol zu Pol auf. Bei Reife nimmt die Schale einen rotfarbenen Schimmer an. Das Fruchtfleisch löst sich nur schwer vom Kern, ist meist süßlich, aber dennoch säurehaltig und hat einen grünlichweißen Farbton.

Heimische Ringlotten werden im August reif und sind zu diesem Zeitpunkt erhältlich.

Beim Einkauf ist darauf zu achten, dass die Haut der Ringlotte unbeschädigt ist und das Fruchtfleisch bei Fingerdruck leicht nachgibt und elastisch-weich wirkt, denn unreif und hart geerntete Früchte werden nicht mehr weich und das Aroma lässt auch zu wünschen übrig. Ein roter Schimmer auf der Schale und der feine Fruchtgericht verraten, dass die Früchte reif sind.

Das Ernten kann erleichtert werden, wenn man unter die Bäume ein Leintuch spannt und Stamm und Äste vorsichtig schüttelt.

Ringlotten und Mirabellen sind empfindlich und sollten deshalb am besten direkt nach dem Einkauf frisch gegessen werden. Bei Zimmertemperatur halten sie ca. drei Tage, im Gemüsefach des Kühlschrankes bis zu einer Woche. Gewaschen, getrocknet und eventuell entsteint, können sie auch eingefroren werden. Wenn sie vor dem Einfrieren auf ein Tablett gelegt und angefroren werden, verhindert man ein zusammenfrieren und so halten sie sich dann monatelang in der Tiefkühltruhe.

Ringlotten werden meist roh gegessen. Anders als bei den Zwetschken löst sich das Fruchtfleisch schwerer vom Kern. Deshalb empfiehlt es sich nach dem Waschen der Früchte diese kurz aufzukochen und mittels Passiergerät (z. B. Flotte Lotte) oder einem groben Sieb das Fruchtfleisch vom Kern zu trennen. Das so erhaltene Fruchtfleisch kann zu Marmelade, Sirup, Saft, Gelee usw. verarbeitet werden. Als Kuchenbelag sind Ringlotten ebenso beliebt wie als Füllung von Fruchtknödel, außerdem machen sie sich auch gut im Obstsalat oder zusammen mit Vanille und Honig.

Da sie viel Saft enthalten, ist ihre Verwendung beim Backen schwieriger, sie eigenen sie sich aber aufgrund dessen hervorragend für Kompott. Im Sommer kommen sie aufgeschnitten mit Himbeeressig mariniert auf Rucola und Hühnerstreifen bei Jung und Alt als pikante Vorspeise sehr gut an.

Pikant werden Ringlotten auch gerne zubereitet. Typisch ist dies für die orientalische Küche, wo sie entweder in Essig eingelegt, oder als Chutneys mit Zwiebel oder Karotten und Zucchini gemischt und Curry, Chili und Kreuzkümmel gewürzt zu Fleisch und Käse gereicht werden. In Georgien ist die säuerliche Pflaumensoße Tkemali eine Spezialität. Da sie doch ein eher festes Fruchtfleisch haben, eignen sie sich auch zum langen Schmoren.

Grundsätzlich sagt man, dass Ringlotten überall dort verwendet werden können, wo Zwetschken oder Pflaumen auch passen würden.

Ringlotten sind wie alle Vertreter aus der Familie der Pflaumen reich an Kalium, Calcium, Vitaminen (A und C) und Ballaststoffen. Vor allem der Eisengehalt ist hoch, denn sie enthalten das meiste Eisen von allen anderen Pflaumenarten. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wirken sie verdauungsfördernd und können wie Pflaumen gegen Verstopfung verwendet werden.

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