Erdäpfel

Ein Gemüse, das eigentlich ein Getreide ist

Grundsätzlich zählt der Erdapfel (auch Kartoffel genannt) – wie Paradeiser und Melanzani auch – zu den Nachtschattengewächsen. Ob der Erdapfel aber ein Gemüse ist, wird stark diskutiert. Aufgrund des hohen Kohlenhydratgehaltes werden Erdäpfel zu Getreide und Getreideprodukten gerechnet, denn laut Weltgesundheitsorganisation sind sie nämlich weder Obst noch Gemüse.

Weltweit wird die Zahl der verschiedenen Erdäpfelsorten auf über 5.000 geschätzt. Entsprechend vielfältig sind Reifezeit, Stärkegehalt, Festigkeit, Größe und Erscheinungsform der Knollen. So gibt es von der rundlichen über die ovale bis zur länglichen oder zapfenförmigen Kartoffel auch unterschiedliche Schalenfarben, die von hellgelb, rosa, violett bis dunkelbraun variieren können. Selbst das Fruchtfleisch kann sich farblich unterscheiden. Die Bandbreite reicht auch hier vom gängigen hellbeige bis zu blau oder zweifärbigen Exemplaren. Von den heimischen rund 130 Sorten sind v. a. die Sorten Bintje, Desirée und Sieglinde im Handel bestimmend.

Alle Erdäpfel lassen sich nach ihren Kocheigenschaften in drei Kochtypen einteilen: „festkochende“, „mehlige“ und „vorwiegend festkochende“ Erdäpfel.

Festkochende (speckige) Erdäpfel haben einen besonders niedrigen Stärkegehalt und behalten so beim Garen die feste Struktur und zerfallen nicht, sie haben außerdem klebrig feuchte Schnittflächen weisen eine feinkörnige Struktur auf. Sie sind besonders gut geeignet für Salate, als Salz-, Pell- und Braterdäpfel, Rösti, Aufläufe und Gratins. Bekannte Vertreter sind z. B. Ditta, Erika, Agata, Kipfler, Exquisa, Linzer Delikatess, Evita und Nicola.

Vorwiegend festkochende Erdäpfel liegen vom Stärkegehalt zwischen Festkochenden und Mehligen. Sie sind die Allrounder, zerfallen beim Kochen leichter als Festkochende, behalten aber die leicht mehlig, trockene und feste Struktur. Sie werden va verwendet für die unterschiedlichsten Gerichte wie Suppen, Desserts, Eintopfgerichte, Braterdäpfel, Pommes frites und Erdäpfelpuffer. Sortenbeispiele sind etwa Tosca, Marabel, Bionta, Desiree, Goldsegen, Quarta, Romina, Husar, Christa, Minerva, Ukama und Laura.

Mehlig kochende (mehlige) Erdäpfel haben besonders viel Stärke, eine grobe und lockere Struktur, wodurch sie beim Kochen leicht aufplatzen und zerfallen. Sie sind besonders gut geeignet für: Püree, Erdäpfelknödel, Nockerl, Suppen, Teige, Pommes Frites, Krokettenmasse, Cremesuppen, Aufstriche und Chips. Mehlige Erdäpfelsorten sind zB Agria, Hermes, Saturna und Melody.

Ebenso werden die Speiseerdäpfel nach der Reifezeit eingeteilt. Dies erfolgt in sehr frühe, frühe, mittelfrühe, mittelspäte und späte Sorten. Frühkartoffeln, bzw. Heurige wie sie auch genannt werden, sind Erdäpfeln der neuen Ernte, die vor dem 10. August erstmalig in Verkehr gebracht werden.


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