Der Kürbis
Ein Bluza erobert die Welt
Hast du gewusst, dass der Kürbis auf der ganzen Welt zu finden und eigentlich gar kein Gemüse, sondern eine Riesenbeere ist?
40 Jahre ist es her, dass der Kürbis meine Heimat – das Retzer Land – erobert hat. Seitdem ernten wir Bäuerinnen und Bauern Kürbiskerne für das steirische Kürbiskernöl. Hier kommt der „schalenlose“, steirische Ölkürbis zum Einsatz. Es ist die einzige Kürbissorte, die in Österreich großflächig angebaut wird. 2022 wurden österreichweit 37.000 ha angebaut. Doch auch die Speisekürbisse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und hier haben Kürbisfans tatsächlich die Qual der Wahl: Sie können aus 200 essbaren Sorten wählen. Doch woher kommt Österreichs Kürbis Nummer Eins – der steirische Ölkürbis – überhaupt?
Schon Ureinwohner waren Team „Pumpkin“
Er dürfte seinen Ursprung in Texas haben. Bereits die amerikanischen Ureinwohner erfreuten sich an den Knabberkernen. Damals waren die Kürbisse noch bitterer als heute. Der Kürbis lieferte den Menschen schon früher wertvolle Nahrung. Die Blätter wurden als Gemüse, die Früchte roh, gekocht oder getrocknet genutzt. Die Kerne wurden geknabbert und die Blüten als Nachspeise verspeist. Christoph Kolumbus brachte schließlich die Kürbisse nach Europa.
Vom Anbau bis zur Ernte
Kürbisse sind sehr anspruchsvolle Pflanzen. Sie lieben es sonnig, windgeschützt und nicht zu trocken. Mitte April bis Mitte Mai werden die Kürbissamen mit einer Sämaschine in Reihen angebaut. Die Pflanze beginnt zu keimen und zu wachsen. In dieser Zeit machen andere Pflanzen dem Kürbis seinen Platz streitig. Sie müssen mit der Unkrauthacke und per Hand entfernt werden. Etwa Mitte Juni bedecken die Kürbispflanzen das ganze Feld, man nennt das auch ranken. In dieser Zeit beginnen die Pflanzen zu blühen. Bei optimalem Wetter können nun unsere Bienen und Wildbienen mit ihrer Arbeit beginnen. Sie bestäuben unsere Pflanzen und sorgen dafür, dass grüne Kürbisse wachsen. Im Herbst sind sie reif und werden orange. Erst dann werden sie mit dem Kürbisschieber in Bahnen geschoben und mit der Erntemaschine geerntet. Beim Ölkürbis werden nur die Kerne verwendet. Diese werden gewaschen und getrocknet. Der Großteil der Kerne wird zu Kürbiskernöl weiterverarbeitet.
© Elisabeth Heidegger/LK NÖ
© Georg Pomaßl/LK NÖ Handarbeit beim Speisekürbis
Anders als beim Ölkürbis werden beim Speisekürbis nicht nur die Kerne verwendet. Während Anbau und Pflege bei beiden gleich ablaufen, sieht die Ernte des Speisekübisses etwas anders aus. Da beim Speisekürbis die ganze Frucht verwendet wird, können sie nur mit der Hand geerntet werden. Der Geschmack rechtfertigt diesen Aufwand. Denn unzählige köstliche Kürbisspeisen versüßen uns die Herbst- und Wintermonate.
© Eva Kail/LK NÖ Wusstest du, dass ...
… dass unsere Speisekürbisse aus Amerika kommen?
… dass der Kürbis sehr gesund ist? Er ist vitamin- und mineralstoffreich, fett- und kalorienarm und leicht verdaulich.
… dass zur Familie der Kürbisgewächse 90 Mitglieder gehören? Außer den richtigen Kürbissen (ca. 800 Arten) zählen auch Gurken und Melonen dazu.
… dass man für 1 Liter Kürbiskernöl ca. 2,3 kg Kerne von rund 20 Ölkürbissen braucht?
… dass die ersten wild wachsenden Kürbisse sehr klein und bitter waren?
… dass die Indianer alles vom Kürbis verwendeten? Früchte aßen sie als Gemüse, die Blätter wie Spinat, die Blüten wurden getrocknet oder gebraten, die Kerne geröstet oder zerstampft und das Fruchtfleisch wurde für den Winter getrocknet.
… dass man früher die Schalen der Kürbiskerne als Juckpulver verwendete?
… dass man früher meinte, die Kürbisse werden besonders groß, wenn man beim Setzen der Kerne Lügengeschichten erzählt?
Rezeptideen mit Kürbis
Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Seminarbäuerin Christina Scharinger