Motorsäge statt Computer
Bei Viktoria Hutter dreht sich alles um den Wald
Viktoria Hutter ist 34 Jahre alt, wohnt im Waldviertel und liebt ihre Motorsäge. Das Herz der Ackerbäuerin schlägt nämlich besonders für eines – ihren Wald.
© Michael Hutter Die Liebe zum Wald wurde Viktoria Hutter beinahe schon in die Wiege gelegt. Mit ihren Großeltern verbrachte sie unzählige Stunden genau dort, wo andere Erholung suchen. Bäume umschneiden, neue setzen oder schlicht und einfach Schwammerl suchen – all diese Erlebnisse prägen Viktoria bis heute.
Vom Schülerwettbewerb zur ersten NÖ Waldkönigin
Die endgültigen Weichen für ihren Weg in die Forstwirtschaft wurden bei Viktoria allerdings erst in der Schulzeit gestellt. Bei den Staatsmeisterschaften der Waldarbeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Waldarbeit so richtig. “Da hat mich das Thema gepackt”, erinnert sie sich. Die Arbeit mit Holz, Technik und Natur war genau das, was sie suchte – handfest, sinnvoll und mit Zukunft. Nach der Schule machte sie die Ausbildung zur Forstfacharbeiterin und wurde kurz darauf zur ersten Niederösterreichischen Waldkönigin gewählt. “Das war eine unglaublich spannende Zeit. Ich durfte viele Menschen treffen, über den Wald sprechen und zeigen, wie vielfältig und wichtig die Forstwirtschaft ist”, erzählt sie.
Doch damit war ihr Wissensdurst noch lange nicht gestillt. Viktoria studierte Forstwirtschaft an der BOKU Wien und blieb ihrer Leidenschaft treu. Ob als Waldpädagogin mit Kindern, beim Bäumesetzen mit Unternehmen oder einfach im eigenen Wald zuhause: “Der Wald begleitet mich eigentlich überallhin.” Und das merkt man, wenn man sie bei ihrer Arbeit im Wald beobachtet. Mit der Motorsäge in der Hand lässt sie so manch anderen Forstprofi alt aussehen.
Klimawandel: Die Wälder verändern sich
Borkenkäfer und Co. setzen den heimischen Wäldern zu und Viktoria weiß: „Den Wald wie wir ihn jetzt kennen wird es in Zukunft nicht mehr geben. Er wird ganz anders aussehen. Bei uns im Waldviertel wird der reine Nadelwald durch einen Mischwald ersetzt werden. Damit müssen wir in Zukunft ganz anders arbeiten." Nur so lassen sich Österreichs Wälder auch für künftige Generationen fit erhalten. Dabei kann auch jeder einzelne von uns seinen ganz persönlichen Beitrag leisten.
Was kann ich für unsere Wälder tun?
Wer sorgsam mit unseren Wäldern umgeht, hat schon viel getan. Müll und Lagerfeuer abseits ausgewiesener Stellen haben dort nichts verloren. Im Wald gilt vor allem eines: Rücksicht nehmen. Dazu gehört, auf den Wegen zu bleiben, Warn- und Verbotsschilder ernst zu nehmen und Pflanzen oder junge Bäume nicht zu beschädigen. Auch Hunde sollten – je nach Beschilderung – an der Leine geführt werden, damit Wildtiere nicht aufgeschreckt werden. Wer sich an diese einfachen Regeln hält, schützt nicht nur die Natur, sondern sorgt auch dafür, dass der Wald ein Ort bleibt, an dem sich alle wohlfühlen. Und dann heißt es: Augen auf, Handy weg – und die Zeit im Wald genießen.
Ein Tag mit Viktoria im Wald
Bevor es in den Wald geht heißt es für Viktoria Schutzausrüstung anziehen, Werkzeug einladen und dann ab mit Auto oder Traktor in den Wald. Sie setzt ihren Helm auf und sucht den ersten Baum, der gefällt werden soll. Nach dem Fällen entastet sie den Baum. Danach muss er abgelängt werden. Das heißt, er wird in handliche oder transportfähige Stücke geschnitten. Das alles wiederholt Viktoria bis es Mittag ist. Dann endlich – Mittagspause. Am Nachmittag wird das Holz mit dem Traktor und dem Kranwagen aufgeladen. Das Holz wird zum Holzlagerplatz gebracht, wo es gestapelt oder weitergeschnitten wird. Erst wenn es dämmert, fährt Viktoria nach Hause. Dort bringt sie das Werkzeug wieder auf Vordermann, damit sie am nächsten Tag wieder schnell starten kann. Hier findest du mehr Waldgeschichten.
© by-studio/stock.adobe.com Die 5 wichtigsten Dinge bei der Waldarbeit
- persönliche Schutzausrüstung
- nie alleine arbeiten und immer Bescheid sagen wo man arbeitet
- ruhig und aufmerksam arbeiten
- Gefahrenbereiche sichern und einhalten (2 Meter rund um die Säge und eineinhalb Baumlängen rund um den Baum der gefällt werden soll
- Erste Hilfe-Set
Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Eva Lechner