Vitaminbombe Erdapfel
Kartoffel oder Erdapfel! Wie sagst du dazu?
Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Geschmacksrichtungen – gemeint sind die Erdäpfel. Rund 5.000 Sorten können weltweit verzeichnet werden. Alleine in unseren Breiten sorgen hunderte unterschiedliche Arten für einen bunten Beilagen-Mix auf unseren Tellern.
Eine Pflanze, viele Namen
Der Name "Erdapfel" verrät bereits, worum es sich handelt: eine essbare Knolle, die unter der Erde wächst. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C, Kalzium, B-Vitaminen, Magnesium und Eisen wird sie auch gerne die “Zitrone des Nordens” genannt. Erdäpfel gehören zur Gruppe der Nachtschattengewächse – und genießbar ist nur, was unter der Erde gedeiht. Sie werden im Frühjahr (Anfang April) angebaut. Man sagt, sie werden gesetzt. Die Setzkartoffel wird unter die Erde gebracht und alles zu Dämmen angehäufelt. Die Dämme haben auch einen Grund: Wenn der Erdapfel aus dem Boden ragt und die Sonne oder der Mond auf ihn scheint, wird er grün. Grüne Stellen enthalten Solanin und sind für uns Menschen ungenießbar. Sie müssen entsorgt werden.
© Xavier/stock.adobe.com Wusstest du, ...
... dass gekochte Erdäpfel als altes Hausmittel gegen eine Erkältung wirken?
... dass Herr und Frau Österreicher im Durchschnitt ca. 50 kg an Erdäpfel pro Jahr essen?
Was sind "Heurige"?
Heurige sind die Frühsorten der Erdäpfel. Sie reifen schnell, sind noch sehr wässrig und haben eine zarte Schale. Daher sind sie auch nicht haltbar und sollten rasch verkocht werden. Bei Heurigen reicht es wenn du sie wäschst, da geht die Schale meist schon mit.
So lagerst du Erdäpfel optimal
Erdäpfel sollen erdig, dunkel, luftig und kühl gelagert werden. Die Lagertemperatur liegt bei circa 4 °C. Temperaturen unter 0 °C mögen sie nicht. Die Stärke wird dann zu Zucker und sie schmecken süß. Achte darauf, dass bei der Lagerung die Schale auf den Erdäpfeln bleibt. Sie dient als Schutz und macht die Knolle länger haltbar. Also erst kurz vor dem Kochen waschen. Bei Erdäpfeln aus dem Supermarkt ist die Lagerung schwieriger. Dort sind die Knollen schon gewaschen und die Schale erfüllt ihren Schutzfaktor nicht mehr zu 100 %.
© Xavier/stock.adobe.com Fragen über Fragen
Kannst du Erdäpfel roh essen?
Nein! Du musst sie kochen, backen oder frittieren!
Wie unterscheiden sich festkochende (speckige) Erdäpfel und mehlige Erdäpfel?
Die “festkochenden” Erdäpfel haben einen niedrigen Stärkegehalt und eignen sich sehr gut zum "Spalteln” für Erdäpfelsalat, Rösti, Braterdäpfel,…
Die “mehligen” Erdäpfel haben mehr Stärke und zerfallen leicht beim Kochen. Sie eignen sich daher besonders gut für Knödel, Püree, Kroketten und Suppen.
Finger weg von rohen und grünen Knollen!
Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Atemprobleme: Der Verzehr roher Erdäpfel kann zu unterschiedlichsten Beschwerden führen. Erdäpfel sind in rohem Zustand giftig. Wie andere Nachtschattengewächse auch, zum Beispiel Auberginen, enthalten sie giftige Alkaloide. Bei Erdäpfeln handelt es sich um Solanin. Das Gift ist ein natürliches Schutzmittel für Pflanzen. Es soll verhindern, dass Schädlinge, Pilze und andere natürliche Feinde die Knollen angreifen.
Worauf kannst du achten?
- Erdäpfel mit grünen Stellen entsorgen. Sie enthalten zu viel Solanin.
- Keimende Erdäpfel enthalten ebenfalls höhere Mengen an Solanin – deshalb Keime immer entfernen.
Schädlinge
Der Kartoffelkäfer
© AlexPfeiffer/stock.adobe.com Du erkennst ihn an seiner braunen Farbe und seinen schwarzen Streifen. Er legt die Eier auf die Unterseite der Blätter. Diese entwickeln sich in kurzer Zeit zu Larven. Diese sind sehr gefräßig und können die Pflanzen komplett abfressen. Die Larve selbst entwickelt sich dann wiederum in einen Kartoffelkäfer. Die Käfer verkriechen sich im Herbst unter der Erde. In dieser Zeit braucht er keine Nahrung. Im Frühjahr kommt er wieder an die Oberfläche und merkt, dass heuer keine Erdäpfel auf diesem Feld angebaut werden. Frühestens nach vier Jahren setzt der Bauer oder die Bäuerin hier wieder Erdäpfel. Der Käfer wandert zum nächsten Kartoffelfeld.
Der Drahtwurm.
© canva Diesen finden wir auf Grund des trockenen Klimas immer häufiger. Wenn die Erde zu trocken ist, bohrt er sich in den Erdapfel hinein und sucht Feuchtigkeit.
Dadurch beginnt er zu faulen. Bei der Ernte oder Lagerung haut der Drahtwurm ab und zurück bleibt nur seine Spur, die er im Erdapfel gezogen hat.
Wie ist das in der Biologischen Landwirtschaft?
Landwirtinnen und Landwirte, die sich für biologische Wirtschaftsweise (BIO) entschieden haben, verwenden natürliche Pflanzenschutzmittel. Diese werden mit Stoffen aus der Natur hergestellt und halten Erdäpfelkäfer fern. Insekten werden mit Seifenlauge ferngehalten oder es werden Nützlinge wie Marienkäfer eingesetzt, welche die Blattläuse fressen. Die Unkräuter oder Beikräuter werden händisch entfernt oder mittels Traktor und Häufler mit Erde zugeschüttet.
Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Seminarbäuerin Margit Kitzweger-Gall