Vom Kalb zur Milchkuh
Wie Kühe leben, was sie brauchen und was hinter einem Glas Milch steckt
In Österreich hat Milchviehhaltung lange Tradition – aber wie sieht der Alltag einer Kuh wirklich aus? Wie wohnt sie im Laufstall, warum trinkt sie an heißen Tagen eine “Badewanne” voll Wasser und was braucht es, damit aus einem Kalb eine Milchkuh wird? Finde heraus, was Kühe für ein gutes Leben brauchen, warum sie vier Mägen haben und welche Rolle Freundschaften in der Herde spielen.
© Eva Kail/LK NÖ Was Kühe wollen
Hast du dich schon einmal gefragt, was Komfort für Kühe ist? Für Tierhalterinnen und Tierhalter ist diese Frage entscheidend, denn nur wenn das Umfeld für die Kuh passt, kann die Zusammenarbeit gelingen. Ob die Kuh ihren Arbeitstag stressfrei absolvieren kann, entscheiden sechs Faktoren:
© Eva Kail/LK NÖ So leben Milchkühe
Das Alter des Stalls und die Stallform spielen beim Kuhkomfort nur eine untergeordnete Rolle. In jedem Stall gibt es Schrauben, die man drehen kann, um den Kuhkomfort nachhaltig zu verbessern.
Laufstall: Hier haben Kühe Bewegungsfreiheit, können fressen, chillen oder herumspazieren.
Kombihaltung: Fester Platz im Stall, aber mindestens 90 Tage im Jahr Auslauf. Oft erhöhen Bäuerinnen und Bauern auf 120 Tage.
Weidehaltung: Hier haben Kühe Zugang zu Wiese oder Weide. Wichtig ist, dass sie dort genug Wasser haben. An heißen Tagen trinken sie bis zu 150 Liter Wasser – das ist eine ganze Badewanne!
Bio-Stall: Extra streng geregelt – nahezu alle Rinder müssen zwischen April und Oktober Zugang zu einer Weide haben, und das Futter ist 100 % Bio. 13% der Milch in NÖ stammt von Bio-Bauernhöfen.
Was passiert, wenn ein Kalb geboren wird?
Wenn ein Kalb geboren wird, bekommt es Muttermilch, die sogenannte Biestmilch. Für zirka 10 Wochen steht dann Milch auf dem Speiseplan. Zusätzlich bekommt es gleich oder ab der 2. Lebenswoche Heu und ein Art Müsli sowie Wasser angeboten. Das ist für die Pansenentwicklung der Kälber wichtig. In der Regel werden Kuh und Kalb nach der Geburt getrennt. Die Gründe dafür sind einerseits wirtschaftlicher Natur (eine Milchkuh, die keine Milch gibt, kostet Geld) und andererseits aufgrund baulicher Gegebenheiten der meisten Höfe.
Eine Ausnahme bildet die Mutterkuhhaltung. Ziel sind mindestens sechs Kälber je Kuh bzw. 80.000 bis 100.000 kg Milch im Laufe ihres Lebens. Das entspricht einer Milchleistung von 27 Litern pro Tag, während Länder wie Dänemark Leistungen von rund 30 Litern pro Tag forcieren.
Wozu haben Kühe 4 Mägen?
Es heißt immer, dass ein Rind vier Mägen hat. Im Grunde ist es aber nur ein Magen mit vier Bereichen:
- Pansen (Gärkammer),
- Netzmagen (trennt vergärtes von unvergärtem Futter),
- Blättermagen (Pressen/Verdicken des Futters) und
- Labmagen (eigentlicher Magen). Diesen braucht das Tier, um das schwer verdauliche Gras zu “verarbeiten”.
Wusstest du, dass ...
... Kühe sich, in erster Linie zum Wiederkäuen der Nahrung, für mindestens zehn Stunden niederlegen? Wiederkauen ist das wiederholte "hochwürgen" und kauen von Futter, damit es verdaubar wird.
Mehr Kuhfakten findest du hier
Willst du spielerisch lernen, wo welcher Magen ist? Dann spiele hier gleich online los! P.s.: Dieses Online-Arbeitsblatt kann man auch kostenlos als Arbeitsblatt und Lösungsblatt downloaden.
Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Seminarbäuerin Monika Gfatter