MILCHVIEHHALTUNG
Alles, was es über deine Milch und wo sie herkommt zu wissen gibt
In der Milchviehhaltung werden entweder spezielle Milchviehrassen wie Holstein-Frisian, Brown Swiss, Jersey oder sogenannte Zweinutzungsrassen wie Fleckvieh, Pinzgauer oder Grauvieh eingesetzt. Bei den meisten Rassen haben sowohl männliche als auch weibliche Tiere Hörner. Nur wenige Rassen wie das Angus- und das Galloway-Rind sind genetisch hornlos beziehungsweise gibt es heutzutage hornlose Züchtungen, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
Komfort und Arbeitsalltag einer Kuh
Damit Ihre Kühe ihr volles Potenzial ausschöpfen können und gesunde Milch produzieren, ist es wichtig, ihnen ein optimales Umfeld zu bieten.
Was bringt ein hoher Kuhkomfort dem Landwirt?
- höhere Produktqualität
- weniger Abgänge und Bestandesergänzungskosten
- weniger Tierbehandlungskosten
- weniger Arbeit
- mehr Freude an der Arbeit
Wie sieht der Arbeitstag einer Kuh aus?
Wie für uns Menschen hat auch der Tag einer Kuh nur 24 Stunden. Im Laufstall sieht der Arbeitstag der Kuh folgendermaßen aus:
- zwölf bis 14 Stunden Liegen
- drei bis sechs Stunden Fressen und Trinken
- zwei bis acht Stunden Stehen, Bewegung und Sozialkontakte
- zwei bis drei Stunden Melken
© Grafik: Marlene Weitzenböck/LK NÖ; Illustration: Eva Kail/LK NÖ Deutliche Verschiebungen dieser Zeitbudgets nach oben oder unten wirken sich negativ auf das Wohlbefinden der Kühe aus. Dauert beispielsweise das Melken aufgrund eines zu kleinen Melkstands viel zu lang, verlieren sie wertvolle Liegezeit. Ein weiteres Beispiel sind zu wenig Fressplätze. Rangniedrige Kühe stehen dann sehr lange hinter dem voll belegten Futtertisch und warten, bis sie einen Platz finden. Dies wirkt sich negativ auf Fress- und Liegedauer aus.
- Entlastung der Bänder und Gelenke
- Entlastung und Abtrocknen der Klauen
- Höhere Durchblutung des Euters und damit höhere Milchbildung
- Höhere Wiederkauaktivität und damit mehr Speichel für stabilere Verdauung
- Mehr Platz im Stall, weil Kühe sich in den Liegeboxen aufhalten
Locker durch den Stall bewegen
© Georg Pomaßl/LK NÖ Kühe brauchen genügend Platz, damit sie im Laufstall stressfrei und sicher zwischen den Bereichen Liegen, Fressen, Saufen und Melken wechseln können. Der Stallboden muss dabei rutschfest, eben, sauber, trocken und ausreichend breit sein.
Vier bis sechs Stunden fressen pro Tag
Bei ganztägiger Stallhaltung verbringen die Kühe vier bis sechs Stunden pro Tag mit Fressen. Sie nehmen ihr Futter in zehn bis 14 Fresszeiten pro Tag auf. Das bedeutet, dass ein Besuch am Futtertisch zwischen 20 und 30 Minuten dauert.
Danach ist der Pansen der Kuh voll. Sie sucht sich einen Liegeplatz und kaut wieder. Das zerkleinerte Futter verlässt den Pansen Richtung Blättermagen, der Pansen leert sich, die Kuh steht auf und geht wieder zum Futter.
Da die Kühe im Stall nicht wie auf der Weide im Vorwärtsschreiten fressen können, muss ihnen das Futter leicht entgegenkommen. Das Niveau des Futtertisches sollte 10 bis 20 cm höher als die Standfläche der Kühe sein.