Wenn Essen stresst
So easy geht glutenfrei & milchfrei regional
Extreme Bauchschmerzen, Übelkeit und dann die Diagnose "Unverträglichkeit". Das kann erst mal richtig stressen. Aber keine Panik: Viele regionale Produkte und Alternativen machen den Umstieg viel leichter, als du vielleicht denkst.
Glutenfrei? Laktosefrei? Klingt erstmal nach komplizierten Trends aus dem Internet. Aber für viele Jugendliche ist das längst Alltag – nicht aus Lifestyle-Gründen, sondern weil ihr Körper bestimmte Sachen nicht verträgt. Plötzlich steht man vor der Frage: Was darf man überhaupt noch essen? Und wie schafft man es, dass der Alltag normal bleibt?
Genuss mit regionalen glutenfreie Alternativen
Die gute Nachricht: Eine glutenfreie oder milchfreie Ernährung ist heutzutage keine Hexerei. Viele regionale Alternativen erleichtern den Umstieg, schmecken hervorragend und lassen uns so manch neues Lieblingsprodukt für uns entdecken.
© Oleshko Artem/stock.adobe.com Was ist möglich?
Nicht alle Getreidesorten enthalten Gluten. Regionales Pseudogetreide oder regionale glutenfreie Getreidesorten bieten einen hervorragenden Ersatz. In Österreich werden Reis, Mais, Hirse oder Buchweizen, Amaranth oder Quinoa kultiviert. Aber auch Kartoffeln bieten sich als Ersatz an. Wer zu Hafer als Alternative greift, sollte darauf achten, dass er mit keinem anderen Getreide verunreinigt wurde. Heutzutage kann auch Reis eine regionale Alternative sein. Während er früher gänzlich aus dem Ausland importiert wurde, hat dieses Getreide auch bei uns auf den Feldern Einzug gehalten. Eine ebenso gute Option ist Mais. Ob Popcorn, Polenta, Maiskeimöl oder Stärkemehl: Mais peppt die glutenfreie Küche auf. Die steirische Niederl Mühle hat sich auf die Vermahlung von glutenfreiem Getreide spezialisiert. Sie ist nicht zertifiziert, worauf Zöliakie-Patienten achten sollten. Die Niederl Mühle bietet neben Buchweizen und Hirse auch Mais in veredelter Form an.
© womue/stock.adobe.com Hirse
In Aufläufen, Brei oder in Brot und Backwaren feiert die Hirse ihren großen Auftritt. Sie ist eine sehr alte Getreidesorte welche seit mehreren Tausend Jahren kultiviert wird. Die Hälfte der in Österreich kultivierten Fläche ist in Niederösterreich.
© womue/stock.adobe.com Buchweizen
Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Hirse und Co werden auch als Pseudogetreide bezeichnet. Buchweizen wird vor allem in der Steiermark und in Kärnten angebaut.
© Elisabeth Heidegger/LK NÖ Hafer
Hafer ist, wenn er nicht durch anderes Getreide verunreinigt ist, ein guter Ersatz!
Glutenfrei-Symbol als Sicherheit
Man sieht, gerade wer Gluten meiden muss, entdeckt oft neue Lebensmittel. Besondere Vorsicht ist bei Zöliakie-Betroffenen geboten. Sie sollten auf das Glutenfrei-Symbol achten. Damit erkennt man, ob das Produkt wirklich geeignet ist. So steht einem Genuss ohne Bauchweh und Co nichts mehr im Wege.
Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit
Bei der Krankheit Zöliakie oder bei Glutenunverträglichkeit, reagiert der Körper sensibel auf das Klebereiweiß, das auch Gluten genannt wird. Es kommt in verschiedenen Getreidesorten beispielsweise Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern, Emmer oder Einkorn vor. Die betroffenen Personen klagen beim Konsum dieser Produkte über Verdauungsprobleme, Blähungen, Bauschmerzen aber auch über Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. In weiterer Folge kann durch die geschädigte Darmschleimhaut ein Nährstoffmangel auftreten. Es kann zu Eisen-, Vitamin D- oder der Vitamin B-Mangel kommen.
© Elisabeth Heidegger/LK NÖ
© bit24/stock.adobe.com Laktoseintoleranz–Milchunverträglichkeit–Milcheiweißallergie
Bei einer Laktoseintoleranz kann die betroffene Person den Milchzucker aufgrund einer verminderten Laktaseproduktion im Dünndarm nicht vollständig verdauen. Laktosefreie Kuhmilch, lange gereifte Käse wie zum Beispiel Hartkäse oder Joghurt können gut vertragen werden.
Liegt eine Milcheiweißallergie vor, wird oft auf pflanzliche Alternativen zurückgegriffen. Dazu zählen Hafer-, Mandel-, Soja-, Hanfprodukte. Haferdrinks sind in den österreichischen Supermarktregalen aus heimischen Rohstoffen verfügbar.
Finn erklärt
Laktose steckt nicht nur in Milch, Joghurt und Käse, sondern auch in vielen Fertigprodukten wie Fertigsaucen, Schokolade oder Brotaufstrichen.
Dein Körper produziert das Enzym Laktase, um Milchzucker zu verdauen – aber bei Laktoseintoleranz reicht die Menge nicht aus.
Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Seminarbäuerin Maria Resch