Wundertüte Bauernhof

So bunt ist Landwirtschaft


Ein Bauernhof ist heute viel mehr als Kühe, Schweine und Traktoren. Hier werden Mehlwürmer gezüchtet, Safran geerntet, Alpakawolle verarbeitet oder sogar Reis angebaut. Manche Höfe sind Eventlocation, andere Seniorenheim oder Kindergarten – und manche produzieren Tofu, Humus oder Kürbiskernöl. Was heißt es also, heute Bäuerin oder Bauer zu sein? Spoiler: ziemlich vielseitig, manchmal überraschend – und garantiert nicht langweilig.

Was heißt es heutzutage Bäuerin oder Bauer zu sein? Ganz sicher nicht mehr das, was es früher einmal geheißen hat. In der modernen Landwirtschaft sind echte Allroundtalente gefragt. So sind Bäuerinnen und Bauern mittlerweile auch Werbeprofis, Handwerker:innen, Techniker:innen, Sekretär:innen, Vertriebsmitarbeiter:innen und manchmal sogar Influencer:innen. Das Berufsprofil könnte vielfältiger kaum sein und dabei hat auch der Tag auf einem Bauernhof lediglich 24 Stunden. Als moderne Unternehmerinnen und Unternehmer bringen sie viele Rollenbilder unter einen Hut. So individuell sie diese Rollen ausleben, so vielfältig sind auch ihre Höfe.

Ideenschmiede "Bauernhof"

Fakt ist: Auf vielen Höfen findest du keine Kühe oder Schweine mehr und trotzdem sind sie echte Bauernhöfe. Stattdessen wachsen dort zum Beispiel Champignons in großen Pilzhallen oder Algen, aus denen nachhaltige Produkte hergestellt werden. Fische tummeln sich in eigens dafür vorgesehenen Anlagen oder Alpakas grasen auf der Weide. Landwirtschaft gibt Talent und Vorliebe eine Bühne. Egal ob man Maschinen mag, gerne mit Menschen arbeitet oder einfach in der Natur sein will – ein Bauernhof schafft Raum für Kreativität. 

Geht nicht, gibt's nicht

Heute kann eine Bäuerin im Büro sitzen und die Buchhaltung erledigen. Am nächsten Tag ist sie Tierärztin und kümmert sich um ein krankes Lamm. Manche Landwirtinnen und Landwirte sind echte Technik-Profis und verkaufen ihre Produkte im Internet oder per App. Und manchmal profilieren sich Bäuerinnen und Bauern sogar im Eventmanagment. Dabei sorgen sie dafür, dass ihr Hof zum Erlebnis wird und laden zu Hoffesten oder anderen Events. 

Wenn der Traktor zum Content wird 

Von Praktikerinnen und Praktikern für alle – unter diesem Motto zeigen Bäuerinnen und Bauern, was Landwirtschaft tatsächlich ist. Sie nehmen dich mit auf ihre Höfe und machen dich zu einem Teil des bäuerlichen Arbeitsalltags. Aber klick dich hier doch einfach selbst mal durch. 

Wo geht die Reise hin?

Die Landwirtschaft in Österreich verändert sich – und zwar rasant! Durch Klimawandel und den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit probieren viele Landwirt:innen neue Wege aus. Neben dem Schutz von Boden und Umwelt entstehen so auch spannende Trends: Wer hätte gedacht, dass bei uns inzwischen Kiwis, Ingwer, Erdnüsse, Safran oder Süßkartoffeln wachsen können? Doch das wärmere Klima hat nicht nur Vorteile. Neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten breiten sich aus und setzen unseren heimischen Kulturen ordentlich zu. Für viele Betriebe ist das eine echte Herausforderung – sie müssen sich ständig anpassen, um Ernten zu sichern und nachhaltiger zu wirtschaften. Trotz allem bleibt die Landwirtschaft kreativ: Von innovativen Anbaumethoden bis zu neuen Kulturpflanzen – auf Österreichs Feldern tut sich viel. Wohin die Reise geht? Das bleibt spannend.

Insektenfarmen

züchten Mehlwürmer oder Heuschrecken als nachhaltige Eiweißquelle.

Regenwurmhof

produziert Humus für Privathaushalte. Die wichtigsten Mitarbeiter sind die Regenwürmer, die den Humus herstellen.

Reis

Ja, auch in Österreich gibt’s Reisfelder! Aber hierzulande setzt man sie nicht unter Wasser, sondern die Pflanze wächst wie jedes andere Getreide auch.

Kräuterhöfe

stellen Tees, Gewürze oder Salben her.

GreenCare-Höfe

kombinieren Landwirtschaft mit einer sozialen Komponente. Seniorenheim am Bauernhof, Bauernhofkindergarten, Arbeitsort für Menschen mit Behinderung, …

Safran

Das teuerste Gewürz der Welt wird wieder heimisch. In der Wachau oder in Kärnten setzen Landwirt:innen auf die violett blühende Krokuspflanze.

Biohöfe

produzieren ohne chemische Wirkstoffe und mit mehr Tierwohl.

Kürbishöfe

produzieren Kürbisse und pressen daraus Öl oder machen kreative Produkte.

Tofu & Soja

Heimischer Sojaanbau boomt! Aus österreichischen Sojabohnen werden Tofu und Milchersatzprodukte gemacht.

Alpakahöfe

verarbeiten die Wolle und bieten Freizeitevents an.

Süßkartoffeln

Früher nur aus den Tropen bekannt, wachsen sie jetzt auch in Niederösterreich oder im Burgenland.

... und vieles andere mehr

Champignonzucht, Schneckenfarmen, Safrananbau, Tofuproduktion, Krebs- und Garnelenhöfe, Bisonhöfe, Wagyuhöfe, …

Artikel erschienen in Die Landwirtschaft Junior (Februar 2026);
Autorin: Seminarbäuerin Nadine Kornfeld

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