Alant

Der Echte Alant (Inula helenium) war schon in der Antike eine hochgeschätzte Heilpflanze. Diese alte Bauerngartenstaude kann bis zu drei Meter hoch werden.

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Der Alant stammt aus der Familie der Korbblütler und umfasst ca. 100 Arten. Sein botanischer Name Inula spielt auf das griechische Wort „Hinaein“ an, das für Reinigung und Entleerung steht. Der Name deutet damit auf die abführende Wirkung von Heilmitteln aus dem Wurzelstock der Pflanze an. Hildegard von Bingen empfiehlt in ihren Schriften die Alantwurzel in Wein einzulegen und diesen gegen Migräne und trübe Augen zu verwenden. Dabei wies sie bereits darauf hin, dass nur geringe Dosen dieses Heilmittels, nämlich drei Esslöffel auf die drei Tagesmahlzeiten verteilt, verwendet werden dürften. Jüngere wissenschaftliche Untersuchungen des Alants kamen zu dem Ergebnis, dass die Pflanze eine regelnde Wirkung auf Menstruation und Appetitlosigkeit hat, auch Wechseljahrbeschwerden können gelindert werden.

Alantpräparate werden heute hauptsächlich gegen Asthma, chronische Bronchitis und zur Anregung der Leber verwendet. Da sich die Anzahl von Allergien gegen die Pflanze häuft, hat sie einen sehr begrenzten Einsatz in der heutigen Medizin. Der Alant ist ein krautiger, ausdauernder, in der Regel mehrjähriger Strauch. Seine Arten sind durch sehr starke Unterschiede geprägt. Es gibt Hochstauden mit einer Wuchshöhe von mehr als drei Metern, aber auch Zwergformen für Steingärten. Der Wurzelstock ist knollig und verdickt. Die Blüten erscheinen meist von Juni bis September und wirken bei den meisten Sorten etwas zerzaust. Eine große Blüte kann bis zu 20 einzelne Röhrenblüten, umrahmt von 150 Zungenblüten, führen. Grundsätzlich braucht der Alant wenig Pflege. Er wächst problemlos, solange er einen sonnigen Standort mit einem leicht angefeuchteten Boden hat. Zwar wünscht die Pflanze feuchte Bodenbedingungen, allerdings leidet sie stark unter Staunässe. Im Spätherbst kann der Strauch mit einer Gartenschere einfach zurückgeschnitten werden.

Der griechische Dichter und Autor Homer schrieb, dass der Alant aus den Tränen der schönen Helena entwuchs, als diese nach Troja verschleppt wurde. Die Tochter des Zeus galt als schönste Frau der Welt. Diese Geschichte verdeutlicht, dass der Alant nicht nur als Heilkraut, sondern auch für die antike Kosmetik eine Rolle spielte. Tatsächlich hat der Alant erstaunliche Auswirkungen auf die Haut, so soll er als Gesichtswasser zur Behandlung von Akne und zur Festigung der Haare verwendet worden sein. Das Wissen um die kosmetische Wirkung der Pflanze dürfte jedoch verloren gegangen sein. Erst im Mittelalter wird die Pflanze wieder in Schriften erwähnt. Um das Jahr Tausend nach Christus tauchen immer wieder Hinweise auf die Pflanze auf. Der Alant scheint hierbei immer als wichtige Heilpflanze in den wenigen Kräuterbüchern dieser Zeit auf. Die Alantwurzel, eingelegt in Alkohol, sollte demnach Magenleiden, Bleichsucht und Ausschläge sowie Trägheit heilen.

  • Wildwuchs: Alant wurde früher als Heilkraut in vielen Gärten angebaut, von wo aus die Pflanze sich in der Natur ausbreitete. Daher können heutzutage viele wilde Alantpflanzen angetroffen werden.
  • Allergische Reaktionen: Viele Menschen reagieren heute allergisch auf die Wirkstoffe des Alants, daher ist er kein regulärer Bestandteil von Hustensäften und Kräutermischungen mehr.
  • Alant-Gewürz: Im antiken Rom war die geriebene Alantwurzel ein Standardgewürz, das in keiner Küche fehlen durfte. Der große Bedarf an Alantwurzeln wurde von den Provinzen aus Britannien gestillt, das zu der Zeit über riesige Alantbestände verfügt haben dürfte. Kaiser Augustus‘ Gattin Livia behauptete, durch den täglichen Genuss des Alantgewürzes das stolze Alter von 88 Jahren erreicht zu haben.
  • Kräuterlikör: Kandierte Alantwurzelstücke wurden früher als verdauungsfördernde Nascherei gerne verspeist, heute ist Alant vor allem noch Bestandteil vieler Kräuterliköre.

Finn empfiehlt:

Beim Kauf einer Alantpflanze sollte auf die Größe der Pflanze achtgegeben werden. Während Zwergformen eng aneinander gepflanzt werden können, benötigen insbesondere die Riesenformen viel Platz.

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