Wald in Österreich

Der Weg des Holzes

Die Waldfläche in Österreich beträgt 3,99 Mio. Hektar und macht somit 47,6 % der Gesamtfläche Österreichs aus. Reicher an Wäldern sind nur noch Finnland mit 75 % und Schweden mit 68 %. Auf einem Hektar Wald stehen im Schnitt 1.017 Bäume, welche 337 Vorratsfestmeter (Raummaßeinheit für Holz, ein Vorratsfestmeter entspricht ca. einem Kubikmeter) ergeben. Es gibt hierzulande 65 Baumarten und auf jeden Einwohner kommen etwa 406 Bäume. Die waldreichsten Bundesländer sind Steiermark und Kärnten mit jeweils ca. 61 % Waldfläche. Österreichweit kann ein jährlicher Zuwachs von 4.300 Hektar Wald verzeichnet werden. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Zuwachs über der Nutzung liegt, denn während 30,4 Mio. Vorratsfestmeter Holz produziert werden, nutzt man nur 26 Mio. davon, während der restliche Teil im Wald verbleibt. Demnach lässt sich festhalten, dass pro Sekunde ein Kubikmeter Holz nachwächst. Bildlich wären das täglich 2.100 Einfamilienhäuser.

Der überwiegende Teil des Waldes hierzulande ist mit 82 % in privatem Besitz und lediglich 18 % sind öffentlicher Wald. Die Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf AG) besitzen 14,8 % bzw. 0,59 Mio. ha der heimischen Wälder, 31,2 % bzw. 1,25 Mio. ha gehen an Forstbetriebe. Mehr als die Hälfte, nämlich 54 % bzw. 2,15 Mio. ha entfallen auf Kleinwälder, die kleiner als 200 ha sind.

Österreich hat eines der strengsten Forstgesetze weltweit, welches alle Forstbesitzer zur nachhaltigen Bewirtschaftung verpflichtet. So muss zum Beispiel der Holzzuwachs über dem Nutzungsbedarf liegen und Waldpflege und Nutzung müssen die biologische Diversität, Produktivität und auch das Regenerationsvermögen gewährleisten, Außerdem sind Besitzer eines Waldes, welcher die Größe von 1.000 ha übersteigt, dazu angehalten, hauptberuflich tätige Forstleute zu beschäftigen. Diese österreichische Regelung ist EU-weit einzigartig.

Der Holzeinschlag, welcher 2017 um 5,3 % auf 17,65 Mio. Erntefestmeter gestiegen ist, hat einen Anstieg von 2,1 % über den fünfjährigen Durchschnitt zu verzeichnen, aber ein Minus von 1,7 % gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt. Der Schadholzanteil hat sich vom Jahr 2016 auf 2017 um 20,9 % auf 6,48 Mio. Erntefestmeter erhöht und machte somit 36,7 % des Gesamteinschlages aus. Grund dafür sind vor allem Wetterkapriolen und Borkenkäfer.

Totholz ist aber per se nicht schlecht und muss nicht wie früher gehandhabt zur Gänze aus dem Wald entfernt werden, sofern es nicht einen Schadbefall aufweist. Bis zu einem gewissen Anteil ist es förderlich, Totholz im Wald zu belassen, da es einen wichtigen Lebensraum für Nützlinge darstellt. Sowohl Insekten, Vögel, Mikroorganismen, Moose und Käfer nisten sich ein und tragen zum biodiversen Ökosystem bei.

Die Außenhandelsbilanz von Holz zeigt, dass im Jahr 2017 vor allem Rohholz inkl. Brennholz im Wert von 854 Mio. Euro (rund 35 %) importiert und verarbeitetes Holz im Wert von 1.305 Mio. Euro (rund 31 %) sowie Schnittholz im Wert von 1.215 Mio. Euro (rund 29 %) exportiert wurden. Insgesamt betrug der Holzimport 2.478 Mio. Euro, hingegen der Export mit 4.157 Mio. Euro deutlich darüber lag. Dies führte folglich zu einem Wertschöpfungsüberschuss von 1.679 Mio. Euro

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