Käsesorten
Die enorme Käsevielfalt in Österreich
Die Käsesorten werden im Österreichischen Lebensmittelbuch nach dem Fettgehalt in der Trockenmasse (F.i.T.) und nach dem enthaltenen Wasseranteil in der fettfreien Käsemasse (Wff-Gehalt) eingeteilt.
© Yeko Photo Studio/stock.adobe.com_96582946 Wassergehalt
Die Einteilung nach dem Wassergehalt von Käse
Bei dieser Art der Einteilung wird vor allem die Konsistenz des Käses betrachtet, nämlich das Verhältnis von Trockenmasse zum Wassergehalt. Die Käsetrockenmasse ist jene Masse, welche überbleibt, wenn man dem Käse das Wasser entzieht. Ein Käse mit hohem Wassergehalt ist weicher, als einer mit niedrigem Anteil.
Frischkäse (Wassergehalt ca. 70 %) muss vor seiner Konsumation keinen Reifeprozess durchlaufen. Er hat ein mild säuerliches Aroma und einen frischen Geschmack. Diese Käsesorte ist sehr vielfältig, man kann sie nicht nur nach den Geschmacksrichtungen und beigefügten Zutaten wie z. B. Kräutern und Gewürzen unterscheiden, sondern ebenso auch nach dem Fettgehalt und folglich der Konsistenz. Diese reicht von krümelig, über cremig bis hin zu fest in Kugel-, Gupf- oder Rollenform. Außerdem wird Frischkäse auch nach Tierart unterschieden, vor allem jene aus Kuh-, Schaf-, Ziegen oder Büffelmilch sind sehr beliebt. Beispiele für Frischkäse sind Speisetopfen, Doppel- und Rahmfrischkäse, Ricotta, Hüttenkäse, Schaf- und Ziegenfrischkäserollen. Ebenso zählen Mascarpone (Rahmschotten) und Mozzarella zum Frischkäse.
Weichkäse (Wassergehalt ca. 60 %) lassen sich anhand ihres Schimmels unterscheiden. Die häufigste Einteilung ist:
- Weichkäse mit Weißschimmel werden nahezu ausschließlich aus pasteurisierter Milch produziert, wodurch sie nur einen milden Geruch verströmen. War ihre Reifung von längerer Dauer, ist auch ihr Aroma intensiver. Ihr Geschmack ist v.a. buttrig, etwas salzig und das Aroma verbleibt länger im Mund. Während die Rinde von Weißschimmelkäse durch Festigkeit besticht, ist das Innere weich und cremig schmelzend. Da die Käsereifung von außen nach innen stattfindet, wird der Käseteig nach innen verlaufend weicher. Beispiele für Weichkäse mit Weißschimmel sind z.B. Brie oder Camembert.
- Weichkäse mit Rotkultur ist im Aroma äußerst intensiv und hat einen durchaus "animalischen" Geruch, welcher nicht nur bei Schaf- und Ziegen-, sondern auch bei Kuhmilchkäse auftritt. Der Geschmack ist bitter und salzig und er bleibt länger im Mund erhalten. Das Spektrum ihrer Konsistenz ist groß, so reicht es von fester Rinde mit weichem Kern bis hin zu Käse mit bissfester Textur. Vertreter hierfür sind Schlosskäse, Klosterkäse, Sirius Rosso usw.
- Oberflächengereifter Weichkäse mit Grünschimmel ist Käse, für dessen Reifung Rotkulturen als Schmiere eingesetzt werden. Er trägt seinen Namen wegen der grünlichen Schimmeläderung im Käseteig. Seine Konsistenz ist weichschnittig, der Geschmack pikant und mit zunehmenden Alter wird die Konsistenz sandiger.
- Blauschimmelkäse ist der kräftigste unter den Weichkäsesorten. Sein Inneres ist mit Edelschimmel durchzogen, trägt er ihn außen ebenso, spricht man von einem Doppelschimmelkäse. Er verströmt einen intensiven Geruch und erinnert aromatisch an Pilze und teilweise an Butter. Sie haben eine cremig schmelzende, vollmundige Note und der Geschmackseindruck bleibt lange im Mund erhalten. Bekannte Vertreter sind z.B. Gorgonzola und Roquefort.
Sauermilchkäse (Wassergehalt ca. 60 %) besteht zu 40 % aus Trockenmasse, welche aus Magertopfen gewonnen wurde. Aus diesem Grund sind sie auch bemerkenswert fettarm, wenngleich sie einen intensiven Geschmack aufweisen. Er besteht aus Sauermilchtopfen, welchem Salz und eventuell andere Zutaten beigefügt wurden. Während der Reifung, welche von außen nach innen stattfindet, entsteht der charakteristische Geschmack und sein Aussehen. Zu Beginn der Reifung ist der Käseteig topfig und bröselig, später schnittfest und der Topfenkern im Inneren wird mit zunehmender Reifung kleiner. Typische Sorten sind z. B. der Sauermilchkäse mit Rotkultur (v.a. Quargel), Graukäse, Ennstaler Steirerkäse, Vorarlberger Sauerkäse und Kochkäse.
Schnittkäse (Wassergehalt ca. 45 %) im eigentlichen Sinn sind von mittlerer Konsistenz und werden vorwiegend aus pasteurisierter Milch produziert. Sie haben einen höheren Wassergehalt und eine kürzere Reifungsdauer als Hartkäse, wodurch sie u.a. auch geschmacklich milder sind. Schnittkäse hat einen süßlich buttrigen Duft; besteht er aus Ziegen- oder Schafmilch, gesellt sich auch noch das spezifische tierische Aroma hinzu. Geschmacklich gibt es Vertreter in alle Richtungen, das Spektrum reicht von süß bis sauer, über bitter, salzig oder umami. Sie sind bissfest, des Öfteren kompakt, aber dennoch elastisch. Typische Vertreter sind Raclettekäse, Edamer, Tilsiter, Gouda usw.
- Halbharter Schnittkäse - oder auch halbfester Schnittkäse genannt - wird separat bei der Wff-Einteilung angeführt, bildet aber grundsätzlich mit dem halbweichen Schnittkäse die große Kategorie Schnittkäse. Ein Beispiel hierfür ist der Moosbacher.
- Halbweicher Schnittkäse wird separat bei der Wff-Einteilung angeführt, bildet aber grundsätzlich mit dem halbharten Schnittkäse die große Kategorie Schnittkäse. Beispiele hierfür sind z. B. Grün- und Blauschimmelkäse (welcher auch zum Weichkäse gezählt wird), Butterkäse, Mondseer, Jerome usw.
Hartkäse (Wassergehalt ca. 40 %) werden entweder aus gärfutterfreier Rohmilch hergestellt oder nach Beigabe von Calciumcarbonat kann auch Milch aus Gärfutterbetrieben zu Hart- und Schnittkäse verarbeitet werden. Darauf ist zu achten, da es andernfalls zur Gärung und zur Blähung des Käses kommen könnte. Lediglich gereifte Rohmilch-Hartkäse sollten nicht aus Gärfuttermilch hergestellte werden. Während der drei- bis achtzehn-monatigen Reifung bildet sich eine Rinde, welche entweder durch Trocknen und Einölen oder durch regelmäßiges Waschen mit Salzlake und Rotkulturen herbeigeführt wird. Reifer Käse schmeckt grundsätzlich salziger als jüngerer, große Unterschiede gibt es allerdings bei der Textur. Sie reicht vom elastischen Emmentaler bis zum bissfesten bröckeligen Bergkäse. Beispiele für Hartkäsevertreter sind z. B. Emmentaler, Alp- und Bergkäse, Reibhartkäse, Asmonte usw.
Fettgehalt
Die Einteilung nach dem Fettgehalt in der Trockenmasse
© unsplash Das Fett in der Trockenmasse gibt nicht den tatsächlichen Fettgehalt wieder, da sich während der Reifung und Lagerung das Käsegewicht aufgrund der Wasserverdunstung ändert. Das Milchfett in der Trockenmasse hingegen bleibt stets konstant und wird aus diesem Grund zur Berechnung herangezogen. Es ist außerdem Geschmacksträger und verleiht Käse ein vollmundiges, geschmeidiges und zugleich intensives Aroma. Umso mehr Milchfett im Käse enthalten ist, desto geschmeidiger ist er.
Ist der absolute Fettgehalt nicht ausgewiesen, so kann er berechnet werden durch Multiplikation des prozentuellen Wertes der F.i.T. mit einem käsesortenspezifischen Wert (Hartkäse 0,7; Schnittkäse 0,6; Weichkäse 0,5; Frischkäse 0,3).
Die einzelnen Kategorien werden im Österreichischen Lebensmittelbuch nach der Fettstufe bezeichnet. Ein Überschreiten des F.i.T.-Gehaltes um 5 % wird toleriert. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Mager-Produkte, bei dieser Kategorie ist eine Unterschreitung des Gehalts um 5 % gestattet.
- Doppelrahm (65 % F.i.T.)
- Rahm (55 % F.i.T.)
- Vollfett (45 % F.i.T.)
- Dreiviertelfett (35 % F.i.T.)
- Halbfett (25 % F.i.T.)
- Viertelfett (15 % F.i.T.)
- Mager (unter 15 % F.i.T.)
- Mager bei Frischkäse (bis 5 % F.i.T.)
© Elisabeth Heidegger/LK Niederösterreich Finn erklärt
Frischkäse und Topfen können sowohl zu den "Urprodukten" der Milch (weiße Palette), als auch zu den Käseprodukten (gelbe Palette) gezählt werden. Da Frischkäse und Topfen nämlich ohne geschmacksgebende Zusätze hergestellt werden, würde das für die Zuordnung zur weißen Palette sprechen. Andererseits wurde bei Frischkäse und Topfen Molke entzogen, wie das bei der Käseherstellung der Fall ist.
Auf unserer Website findest du Frischkäse und Topfen hier, beim Käse.