Kleine Kürbiskunde

Welche Arten kann man essen?

Kürbisse zeigen sich in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Doch nicht alles, was nach Kürbis aussieht, gehört auch auf den Teller. Wir verraten dir, woran du Speise-, Zier- und Ölkürbisse erkennst, warum Halloweenkürbisse viel zu schade zum Wegwerfen sind und wie aus 35 Kürbissen ein Liter kostbares Kernöl wird.

Ob leuchtend orange, sattgrün oder cremeweiß, ob glatt, gerippt oder mit eigenwilligen Auswüchsen: Kaum ein anderes Gemüse bringt so viel Formenvielfalt mit wie der Kürbis. Dabei hat er nicht nur optisch einiges zu bieten. Während manche Sorten als Suppe, Ofengemüse oder Kuchen auf dem Teller landen, liefern andere die begehrten Kerne für das Kürbiskernöl. Und wieder andere sind ausschließlich zum Anschauen da. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie gehören zur Familie der Kürbisgewächse. 

Harte Schale, beeriger Kern

Botanisch betrachtet sind Kürbisse übrigens gar kein Gemüse. Sie sind Beeren – genauer gesagt Panzerbeeren. Ihre harte Schale schützt das Fruchtfleisch und die Kerne im Inneren.

Speise-, Zier- oder Ölkürbis: Wer ist wer?

Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Je nach Verwendungszweck unterscheidet man drei Gruppen: Speisekürbisse, Zierkürbisse und Ölkürbisse. Die Einteilung verrät, ob das Fruchtfleisch gegessen wird, die Kerne im Mittelpunkt stehen oder die Frucht vor allem dekorativen Zwecken dient.

Hokkaido, Butternut und Spaghettikürbis gehören zu den bekanntesten Vertretern. Ihre Formen und Geschmacksrichtungen sind so unterschiedlich wie ihre Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Während der Hokkaido mit seinem leicht nussigen Aroma punktet, überzeugt der Butternut mit zartem, mild-süßlichem Fruchtfleisch. Der Spaghettikürbis wiederum macht seinem Namen alle Ehre: Nach dem Garen lässt sich sein Fruchtfleisch in spaghettiähnliche Fasern zerteilen.

Auch die Zucchini gehört botanisch zu den Gartenkürbissen. Im Unterschied zu vielen klassischen Speisekürbissen wird sie allerdings bereits unreif geerntet.

Bei Speisekürbissen wird vor allem das Fruchtfleisch verwendet. Je nach Sorte ist auch die Schale essbar. Besonders praktisch ist der Hokkaido, dessen dünne Schale beim Garen weich wird und deshalb nicht entfernt werden muss.

Sie sind klein, bunt, warzig oder bizarr geformt und machen als Herbstdekoration ordentlich etwas her. Doch Vorsicht: Echte Zierkürbisse sind nicht zum Verzehr geeignet.

Der Grund sind natürliche Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine. Sie können schwere Magen-Darm-Beschwerden und in seltenen Fällen sogar lebensgefährliche Vergiftungen auslösen. Bei handelsüblichen Speisekürbissen wurden diese Bitterstoffe durch gezielte Züchtung weitgehend entfernt.

Wichtig: Ob ein Kürbis essbar ist, lässt sich nicht zuverlässig an seiner Größe, Form oder Farbe erkennen. Auch kleine Kürbisse können Speisekürbisse sein, während manche großen Exemplare ausschließlich der Dekoration dienen. Entscheidend ist die Sorte.

Beim Ölkürbis dreht sich alles um sein Innerstes. Anders als bei den klassischen Speisekürbissen steht nicht das Fruchtfleisch, sondern der Kern im Mittelpunkt.

Besonders bekannt ist der Steirische Ölkürbis. Seine Kerne besitzen keine harte, verholzte Samenschale und eignen sich deshalb besonders gut zur Ölgewinnung. Sie werden getrocknet, geröstet und anschließend gepresst. Das Ergebnis ist das charakteristische dunkelgrüne Kürbiskernöl mit seinem intensiv nussigen Geschmack. Die Kerne werden aber nicht nur zu Öl verarbeitet. Auch als Knabberkerne, in Brot und Gebäck oder als knackiges Topping für Salate sind sie beliebt.

Das Fruchtfleisch des Ölkürbisses bleibt bei der Ernte üblicherweise auf dem Feld zurück.

Gruselige Fratzen, leuchtende Augen und ein breites Grinsen: Zu Halloween verwandeln sich Kürbisse in kleine Kunstwerke. Was viele nicht wissen: Der klassische orange Halloweenkürbis ist häufig ein Speisekürbis.

Sein Fruchtfleisch muss also nicht zwangsläufig im Biomüll landen. Je nach Sorte lässt es sich beispielsweise zu Suppe, Püree oder Chutney verarbeiten. Geschmacklich sind spezielle Halloweenkürbisse allerdings oft weniger aromatisch als Hokkaido oder Butternut.

Achte darauf, dass der Kürbis ausdrücklich als essbar angeboten wird. Für die Küche eignen sich vor allem die frischen, hygienisch gewonnenen Schnitzreste. Kürbisse, die bereits längere Zeit geschnitzt und ungekühlt als Dekoration verwendet wurden, solltest du nicht mehr essen.

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