Rebzikade, Amerikanische

Die Amerikanische Rebzikade ist zwar sehr klein, kann für Reben aber zu einem großen Problem werden. Das unscheinbare Insekt überträgt die Goldgelbe Vergilbung der Rebe, eine gefährliche Pflanzenkrankheit, die ganze Weingärten bedrohen kann. In betroffenen Regionen können daher behördliche Maßnahmen zur Eindämmung angeordnet werden – und zwar nicht nur für Winzer:innen, sondern genauso auch für Privatpersonen.

© AGES/G. Strauß

Erwachsene Rebzikade

Was ist die Amerikanische Rebzikade?

Die Amerikanische Rebzikade ist etwa fünf bis sechs Millimeter groß und lebt ausschließlich auf Reben. Gefährlich wird sie, weil sie die Goldgelbe Vergilbung (Grapevine Flavescence dorée) übertragen kann. Dazu saugt sie an einer erkrankten Rebe und gibt den Krankheitserreger später an gesunde Pflanzen weiter. Da die erwachsenen Tiere mehrere hundert Meter weit fliegen können, breitet sich die Krankheit rasch aus.

Warum ist die Goldgelbe Vergilbung so gefährlich?

Die Goldgelbe Vergilbung, auch Grapevine Flavescence dorée genannt, zählt zu den EU-Quarantänekrankheiten und ist meldepflichtig. Eine direkte Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich.
Befallene Rebstöcke zeigen typische Symptome:

  • Gelbe Blätter bei Weißweinsorten
  • Rötliche Blätter bei Rotweinsorten
  • Eingerollte Blätter
  • Triebe verholzen nicht richtig
  • Befallene Reben sterben ab

Da die Krankheit nicht direkt bekämpft werden kann, liegt der Schwerpunkt auf der Eindämmung ihres wichtigsten Überträgers: der Amerikanischen Rebzikade.

Wer kann betroffen sein?

JEDER! Maßnahmen zur Eindämmung können nicht nur Weinbaubetriebe betreffen. Je nach Gefährdungslage können alle Personen oder Organisationen mit Rebstöcken einbezogen werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Weinbaubetriebe
  • Rebschulbetriebe
  • Alle Besitzer:innen von Rebstöcken, d.h. auch:
    • Gemeinden
    • Privatgärten
    • Öffentliche Parks
    • Firmengelände
    • etc.

Auch ein einzelner Rebstock im Hausgarten kann zur Verbreitung beitragen!

Gemeinsam gegen die Ausbreitung

Die Eindämmung der Amerikanischen Rebzikade gelingt nur, wenn alle Besitzer von Reben aufmerksam bleiben und erforderliche Maßnahmen umsetzen. Schon ein einziger unbehandelter Rebstock kann zum Ausgangspunkt neuer Infektionen werden. Deshalb tragen Weinbaubetriebe, Gemeinden und Privatpersonen gleichermaßen Verantwortung dafür, die Krankheit einzudämmen und die heimischen Reben zu schützen.

Bei Auftreten oder drohender Ausbreitung der Amerikanischen Rebzikade können in betroffenen Gebieten Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings vorgeschrieben werden.
Dazu können beispielsweise gehören:

  • Mindestens zwei Insektizid-Behandlungen zwischen Mai und Juli
  • Verwendung ausschließlich zugelassener Pflanzenschutzmittel (Für Privatpersonen sind diese Mittel u.a. im Haus- und Gartenmarkt erhältlich, zum Beispiel im Lagerhaus.)
  • Dokumentation der Anwendungen
  • Aufbewahrung der Rechnungen für die verwendeten Pflanzenschutzmittel für einen festgelegten Zeitraum

Für nicht berufliche Anwender empfiehlt sich eine einfache Aufzeichnung mit Datum, Ort der Anwendung (Grundstücksnummer oder Adresse) und verwendetem Pflanzenschutzmittel. 

Wer an seinen Reben Symptome der Goldgelben Vergilbung bemerkt, sollte den Verdacht umgehend bei der Landwirtschaftskammer melden. Behördliche Organe überprüfen die Pflanzen und veranlassen gegebenenfalls weitere Maßnahmen.

Bestätigt sich der Befall, kann die Entfernung der betroffenen Rebstöcke angeordnet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Kurz erklärt

  • Amerikanische Rebzikade: Insekt, das die Goldgelbe Vergilbung der Rebe überträgt.
  • Goldgelbe Vergilbung: Meldepflichtige Pflanzenkrankheit, die zum Absterben der Rebe führt.
  • Wichtig: Die Krankheit selbst kann nicht direkt bekämpft werden. Daher steht die Eindämmung der Amerikanischen Rebzikade als Hauptüberträger im Mittelpunkt möglicher Schutzmaßnahmen.