Der Erdbeerhof

37 Jahre im Einsatz für die süßen Früchte

Was mit Maria Tempelmayr vor 37 Jahren begonnen hat, zieht mittlerweile weite Kreise. Aus einem Projekt nach der Matura wurde ein Betriebsstandbein und die ganze Familie ist mit Leidenschaft dabei. Tochter Lisa Tempelmayr leitet einen Teil des Betriebes und zeigt, worauf man bei ihnen am Erdbeerhof Wert legt.

Wie alles begann

Maria Tempelmayr aus Hofing in der Gemeinde Gerersdorf hat vor 37 Jahren die roten Früchtchen für sich entdeckt. Nach der Matura startete sie ein Projekt am elterlichen Betrieb und ergänzte mit den Erdbeeren den klassischen Kulturmix ihrer Eltern. "Es ist immer mehr geworden. Erst hatten wir einen Stand und dann hat es eine Eigendynamik entwickelt", erinnert sich Maria Tempelmayr und ist froh, dass ihr Mann Jürgen dabei immer mit ihr an einen Strang gezogen hat. So wachsen auf den ehemaligen Mais-, Weizen- und Wintergerstefeldern heutzutage Erdbeeren und der klassische Ackerbaubetrieb wurde zu einem echten Erdbeerhof.

Die Jugend mit an Board

Umso besser, dass die Eltern Maria und Jürgen Tempelmayr den Betieb heutzutage nicht mehr alleine führen müssen. Denn auch Tochter Lisa hat sich für eine landwirtschaftliche Laufbahn entschieden und leitet bereits einen Teil des Unternehmens. Nach der Matura im Francisco Josephinum und einem Auslandsaufenthalt in Australien war für die 25-Jährige klar, wohin ihre berufliche Reise gehen soll: "Mir hat die Landwirtschaft und der direkte Kontakt mit den Kunden schon immer Spaß gemacht. Nach der Matura habe ich dann einen Teil des Betriebs übernommen." Eine Entscheidung, welche die junge Landwirtin ganz für sich alleine treffen konnte. Denn eine Hofübernahme war für sie nie ein Muss. "Mir ist immer freigestanden, wie ich meine Zukunft gestalten will", erklärt Lisa Tempelmayr und zieht vor ihren Eltern den sprichwörtlichen Hut. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit auf ihrem Hof entschied sich Lisa auch noch für ein Studium, das sie vor zwei Jahren mit Bravour beenden konnte.

Mit Hofladen einen Traum erfüllt

Seit ihrem Studiumabschluss wurden nicht nur Logo und Co. auf den neusten Stand gebracht, sondern auch ein eigener Hofladen wurde aus dem Boden gestampft. "Mein größter Traum war es, einen eigenen Hofladen bei uns zu entwickeln. Ich wollte die ganze Hofvielfalt herzeigen und vermarkten. Kurz vor Weihnachten haben wir unsere Hofbox eröffnet", erinnert sich Lisa und startet mit einem stolzen Lächeln in die beerige Hochsaison.

Erdbeerbäuerin Lisa Tempelmayr im Hofladen
Erdbeerpflanze mit roter und grünen Erdbeeren am Feld auf einem Damm angebaut und mit Stroh eingestreut.
Erdbeerbäuerin Lisa Tempelmayr aus Gerersdorf bei St. Pölten am Erdbeerfeld mit roten Erdbeeren in der Hand
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Von der Blüte bis zur Erdbeere

Bis die Erdbeeren allerdings im Körbchen von uns Erdbeerfans landen können, gibt es auf Feldern und Co. so einiges zu tun. Egal ob am Feld rund um den Bauernhof in Hofing oder auf dem Feld im einige Kilometer entfernten Pottenbrunn: Ständig müssen kleinere und größere Handgriffe für das Wohlbefinden der Pflänzchen sorgen. Durchhacken, Pflegemaßnahmen und eine optimal auf die Pflanze abgestimmte Aufzucht sind das Um und Auf. So werden die Erdbeerpflanzen bei den Tempelmayrs auf Dämmen gezogen und mit einem Flies abgedeckt, um eine frühere Ernte zu ermöglichen. "Wir haben die Temperatur ständig im Blick und decken das Flies je nach Bedarf auf und zu. Damit sind wir die ersten im Umkreis, die Erdbeeren haben. Kurz vor der Vollblüte wird dann das Stroh eingestreut", erklärt die junge Betriebsleiterin. Das Stroh verhindert nicht nur, dass die Erdbeeren auf der Erde aufliegen und schmutzig werden, sondern gleichzeitig hat es den Nebeneffekt, dass es Schnecken etwas abhält. Erst danach beginnt die Ernte.

Erntehelfer fehlen in ganz NÖ

Wurden die Tempelmayrs bei der Ernte sonst immer von 20 Männern aus der Ukraine unterstützt, sind es heuer gerade einmal sechs. Stattdessen hat die Bauernfamilie Platz für ihre Familien und Verwandte geschaffen. 15 Frauen mit ihren Kindern finden damit Platz am Erdbeerhof. Aber auch auf die Männer, die in der Ukraine geblieben sind, vergessen die Tempelmayrs nicht. Hilfspakete und sogar Panzerwesten wurden an ihre langjährigen Erntearbeiter geschickt.

Mit drei verschiedenen Sorten in die Erdbeersaison

Auf den Feldern der Familie Tempelmayr wachsen drei unterschiedliche Erdbeersorten. Dabei bringt jede Sorte ihre eigenen Besonderheiten mit. "Es sind alles Sorten, die sich in den Jahren in Sachen Geschmack und Pflanzengesundheit bewährt haben", so Lisa Tempelmayr. Vor allem der Erntezeitpunkt dieser drei Sorten macht den kleinen aber feinen Unterschied. Neben einer frühen Sorte finden auch eine mittlere und eine spätere Sorte einen fixen Platz am Hof. "Die späte Sorte ist hervorragend als Marmelad-Erdbeere geeignet." Sind die letzten späten Erdbeeren geerntet ist bei den Tempelmayrs aber keineswegs Urlaub und Verschnaufen angesagt. Denn es geht im selben Tempo weiter wie gehabt. Nicht nur die anderen Obst- und Gemüsesorten wollen gepflegt und geerntet werden auch die neuen Erdbeerpflanzen für das kommende Jahr müssen gepflanzt werden. Als zweijährige Kultur werden die Erdbeerpflanzen Anfang August gepflanzt und erst im nächsten Jahr tragen sie die ersten Früchte.

Obst- und Gemüsevielfalt am Tempelmayr-Hof

  • Erdbeeren als Hauptkultur
  • Marillen
  • Kirschen
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Nektarinen
  • Melonen
  • Physalis
  • Salat
  • Kohlrabi
  • Chillis
  • Paprika
  • Paradeiser
  • Kräuter

 

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Der Umwelt zuliebe - Genuss mit gutem Gewissen

Neben der professionellen Aufzucht und Pflege ihrer Pflanzen liegt Lisa Tempelmayr besonders eines am Herzen - die Nachhaltigkeit. So stärken effektive Mikroorganismen die Pflanzen und machen sie weniger anfällig für Pilzkrankheiten sowie Schädlinge. Auch mit der Verpackung wird am Hof der Tempelmayrs ganz bewusst ein Zeichen für die Umwelt gesetzt. Holzschliff-Schalen und Karton sorgen für einen guten Heimtransport und halten das Umwelt-Gewissen sauber.

Erdbeeren selbst pflücken und Geld sparen

Wer gerne kostengünstiger zu seinen Erdbeeren kommen möchte, denen rät Lisa Tempelmayr selbst Hand anzulegen. "Unsere Selbstpflückerfelder sind direkt bei uns rund um unseren Hof. Alle die zu uns pflücken kommen können nach Lust und Laune Erdbeeren naschen und bekommen den Kilopreis verrechnet. Damit kommt man günstiger als mit gepflückten." Egal ob man ein eigenes Geschirr von zu Hause mitbringt oder ein kostenloses Erdbeerkörberl von den Tempelmayrs wählt - das Selbstpflücken spart nicht nur Geld, sondern ist ein Erlebnis für Groß und Klein. Aber auch die vielen Verkaufsstände versprechen Erdbeerliebhabern den puren Fruchtgenuss. Alleine Lisa und ihre Familie versorgen mehrere Verkaufsstände rund um St. Pölten mit den süßen Früchten. Auch direkt vor dem Bauernhaus der Tempelmayrs in Hofing wartet ein Stand auf alle Erdbeerfans.

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