Kürbis

| Erstellt von Eva Lechner

Ob klein und handlich oder groß und imposant: Kürbisse bringen Farbe ins Gemüsebeet und Abwechslung auf den Teller.

Ein echter Hingucker im Garten: Riesenkürbisse beeindrucken mit ihrem enormen Gewicht und brauchen neben viel Platz auch reichlich Wasser und Nährstoffe, um prächtig zu gedeihen.

Der Kürbis (Cucurbita) ist ein echtes Multitalent. Er schmeckt als cremige Suppe, herzhaftes Ofengemüse oder süßer Kuchen und macht auch als herbstliche Dekoration eine gute Figur. Botanisch gesehen gehört er zur Familie der Kürbisgewächse und ist damit mit Gurken, Zucchini und Melonen verwandt. Seine Früchte zählen übrigens zu den Beeren – genauer gesagt zu den Panzerbeeren.

Kürbispflanzen sind einjährig, wärmeliebend und frostempfindlich. Mit ihren großen Blättern, langen Ranken und leuchtend gelben Blüten erobern sie im Sommer rasch das Gemüsebeet. An einer Pflanze wachsen sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Erst wenn die weiblichen Blüten bestäubt werden, können sich daraus Kürbisse entwickeln.

Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Die Auswahl reicht von kleinen Speisekürbissen bis zu riesigen Exemplaren, die mehrere Hundert Kilogramm schwer werden können. Für den Hausgarten sind vor allem Sorten interessant, die gut schmecken, zuverlässig wachsen und zum vorhandenen Platzangebot passen.

  • Hokkaido: Der orange Klassiker überzeugt mit nussigem Geschmack und einer dünnen Schale, die beim Kochen weich wird und mitgegessen werden kann. Ideal für Suppen und Ofengerichte.

  • Butternut: Der birnenförmige Moschuskürbis hat wenig Kerne und ein feines, leicht süßliches Fruchtfleisch. Er eignet sich besonders gut zum Braten, Backen und Pürieren.

  • Spaghettikürbis: Sein Fruchtfleisch zerfällt nach dem Garen in lange, spaghettiähnliche Fasern. Eine spannende Abwechslung in der Küche.

  • Patisson: Mit seiner flachen, gezackten Form erinnert er an ein kleines UFO. Junge Früchte sind besonders zart und lassen sich ähnlich wie Zucchini zubereiten.

  • Turbankürbis: Mit seiner außergewöhnlichen Form ist er ein Blickfang im Herbstgarten. Essbare Sorten eignen sich auch für Suppen und zum Füllen.

Kürbisse lieben Sonne, Wärme und einen windgeschützten Platz. Am besten gedeihen sie auf einem lockeren, humusreichen und nährstoffreichen Boden, der Wasser gut speichern kann, ohne dass Staunässe entsteht.

Da Kürbisse zu den Starkzehrern zählen, freuen sie sich über eine großzügige Portion reifen Kompost vor der Pflanzung. Auch ein gut verrotteter Komposthaufen kann ein geeigneter Standort sein. Dabei ist der Platzbedarf des Herbstgemüses nicht zu unterschätzen. Rankende Sorten können mehrere Quadratmeter beanspruchen. Je nach Wuchsform und Sorte solltest du etwa ein bis zwei Meter Pflanzabstand oder entsprechend mehr Raum für die Ranken einplanen. Die Angaben auf dem Saatgutpäckchen helfen bei der richtigen Planung.

Wer im Herbst eigene Kürbisse ernten möchte, kann bereits ab Mitte bis Ende April mit der Vorkultur beginnen. Dazu einfach Samen etwa zwei bis drei Zentimeter tief in kleine Töpfe mit Anzuchterde stecken. An einem hellen, warmen Platz keimen sie bei ausreichender Feuchtigkeit meist innerhalb weniger Tage.

Kürbisse mögen es nicht, wenn ihre Wurzeln beim Umpflanzen beschädigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, die Samen gleich einzeln in Töpfe zu säen.

Ins Freiland dürfen die Jungpflanzen erst, wenn keine Nachtfröste mehr drohen und sich der Boden ausreichend erwärmt hat. In vielen Regionen Österreichs ist das ab Mitte Mai der Fall. Wer auf die Vorkultur verzichten möchte, kann die Samen dann auch direkt ins Beet säen.

Vorsicht: Die Pflanzen nicht zu tief setzen und nach dem Einpflanzen grünlich gießen. 

Ist der Kürbis erst einmal angewachsen, legt er bei warmem Wetter ordentlich an Tempo zu. Damit aus den Blüten kräftige Früchte werden, braucht die Pflanze vor allem eine gleichmäßige Wasserversorgung. Am besten direkt den Boden durchdringen gießen. Besonders während der Blüte und Fruchtentwicklung darf der Boden nicht austrocknen. Eine Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder anderem geeigneten organischen Material hilft, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Auch die Nährstoffversorgung spielt eine wichtige Rolle. Reifer Kompost bildet eine gute Grundlage. Bei Bedarf kannst du während des Wachstums mit einem geeigneten organischen Gemüsedünger nachhelfen.

Je nach Sorte und Witterung beginnt die Kürbisernte im Spätsommer und reicht bis in den Herbst. Winterkürbisse sollten möglichst vollständig ausreifen, damit sie ihren typischen Geschmack entwickeln und sich gut lagern lassen.

So lässt sich ein reifer Kürbis erkennen:

  • Die Schale hat ihre sortentypische Farbe erreicht und ist fest.

  • Der Fruchtstiel ist trocken, hart oder bereits verholzt.

  • Beim vorsichtigen Klopfen klingt die Frucht häufig dumpf bis hohl.

Die Früchte mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere abschneiden und einige Zentimeter Stiel stehen lassen. Den Kürbis nicht am Stiel tragen. Verletzungen können nämlich seine Lagerfähigkeit beeinträchtigen. 

Wichtig: Kürbisse unbedingt vor dem ersten Frost ernten.

Finn empfiehlt

Wenn du nur wenig Gartenfläche zur Verfügung hast, wähle kompakt wachsende Sorten. Kleinfrüchtige, rankende Kürbisse können mit einer ausreichend stabilen Rankhilfe auch in die Höhe wachsen. Schwere Früchte benötigen dabei eine zusätzliche Stütze.

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